Ale

In Großbritannien wird Ale häufig als Synonym für Bier verwendet. Dabei ist Ale ursprünglich ein Begriff für ein fermentiertes alkoholisches Getränk ohne dass Hopfen bei der Herstellung genutzt wurde. Dagegen wurde Beer unter Zusatz von Hopfen hergestellt. Später bgeannen auch die Ale-Brauer, Hopfen zu verwenden. Ales werden mit obergärigen Hefen vergoren.

Viele Biersorten gehören zur Alefamilie, beispielsweise:

  • Pale Ale
  • India Pale Ale
  • Session
  • Red Ale

Je nach Typ unterscheiden sich Stammwürze und Alkoholgehalt, der Geschmack und das Aussehen.

Altbier

Altbier ist eine Spezialität, die vor allem in Nordrhein-Westfalen ihre Freunde hat. Das obergärige Bier erreicht dort einen Anteil von etwa 10 Prozent der produzierten Biere.

Auch wenn der Name es vermuten lässt, Altbier ist nicht alt. Vielmehr hat es seinen Namen, da es nach dem alten Rezept also obergärig gebraut wird.

Altbier mit einer Stammwürze von etwa 11,5 Prozent hat ein Alkoholgehalt von fast 5 Prozent. Der Geschmackt ist leicht malzig aber trotzdem erfirschend herb. Am besten genießt man sein Alt bei einer Trinktemperatur von 8 bis 10 Grad Celsius.

  • Gärung: obergärig
  • Stammwürze: 11,2 bis 12 %
  • Alkoholgehalt: 4 bis 5 %
  • Aussehen und Geschmack: bernsteinrot bis dunkelbraun, hopfenbitter und malzig aber dennoch aromatisch
  • Besonderes: Altbier aus Münster schmeckt in der Regel leicht säuerlich und erinnert an Wein

Bockbier

Diese Biersorte entstand in Klöstern, wo die Mönche die lange Fastenzeit mit dem Bockbier überbrückten. Sie können sowohl obergärig als auch untergärig gebraut werden und in heller oder dunkler Form vorkommen. Der Bock wird über die Stammwürze definiert. Mit einer Stammwürze von mindestens 16 % werden sie als Bock und solche mit mindestens 18% als Doppelbock bezeichnet.

  • Gärung: untergärig und obergärig
  • Stammwürze: mindestens 16 %
  • Alkoholgehalt: 5 bis 6 % und mehr
  • Rezenz: hohe Rezenz, frischer Geschmack
  • Aussehen und Geschmack: Bockbiere gibt es von hell bis fast schwarz; klarer, vollmundiger Geschmack mit Malzaroma
  • Besonderes: Im Herbst gebraut im Frühjahr genossen. Namensgebend ist die niedersächsische Stadt Einbeck. Die Hellen werde als heller Bock, Maibock oder Weizenbock bezeichnet.

Festbier

Wird ein Bier speziell zu einem bestimmten Anlass gebraut, spricht man von einem Festbier. Beispiele sind zum Beispiel Weihnachtsbiere oder auch Biere zum Oktoberfest. Dabei wird meist nicht nur eine bestimmte Biersorte gebraut, sondern mehrere. Deshalb lässt sich auch wenig über den Geschmack des Festbieres an sich sagen. Dieser reicht von leicht süffig bis stark gehopft. Alles ist möglich, ob Dunkles oder Helles. Auch über den Alkohol- und Stammwürzegehalt lässt sich dementsprechend wenig sagen.

  • Gärung: obergärig aber meist untergärig
  • Stammwürze: von 11 bis 16%
  • Alkoholgehalt: etwa 4 bis 6 %
  • Rezenz: je nach Brauart, mild oder prickelnd
  • Aussehen und Geschmack: von süffig, mild bis herb und hopfig

Kellerbier – Zwickel

Das Kellerbier, auch Zwickelbier, genant ist ein ungefiltertes und folgerichtig hefetrübes Bier, in dem noch alle natürlichen Schweb- und Trubstoffe enthalten sind. Während der Nachgärung wird dem jungen Bier fast kein Gegendruck entgegengesetzt. Wegen der geringen Rezens handelt es sich um ein sehr verträgliches, würziges und süffiges Bier. Daher hat das Kellerbier auch nur eine geringe Haltbarkeit und sollte daher immer frisch getrunken werden.

  • Gärung: untergärig
  • Stammwürze: 11,5 bis 13 %
  • Alkoholgehalt: 5 bis 5,5 %
  • Rezenz: weniger prickelnd
  • Aussehen und Geschmack: bernsteinfarben Aussehen, würziger Geschmack, meist vollmundig mit ausgewogenen Malz- und Bitteraroma
  • Besonderes: Kellerbier wird in der Regel unfiltriert oder nur schwach filtriert angeboten. Kellerbier wird meist nur in dem Ort verkauft, wo es gebraut wurde.

Kölsch

Kölsch ist ein helles, hopfenbetontes und obergäriges Vollbier. Welches Bier sich „Kölsch“ nennen darf, regelt die Kölsch-Konvention von 1985.

Kölsch wird aus einem schlanken, zylindrischen Glas mit einem Inhalt von 0,2 Liter getrunken. Der Kellner verwendet zum Servieren den Kranz – ein Behältnis für bis zu 18 Stangen mit zwei Tragegriffen in der Mitte – je einer oben und im Boden.

  • Gärung: obergärig
  • Stammwürze: 11 bis 12 %
  • Alkoholgehalt: etwa 4 bis 5 %
  • Rezenz: hohe Rezemz, frischer Geschmack
  • Aussehen und Geschmack: süffig, mild und schmeckt frisch
  • Besonderes: Kölsch verdankt seine Berühmtheit vor allem der Darreichung in den schlanken zyndrischen Gläsern. Die EU verlieh dem Bier den Status einer geografisch geschützen Angabe (ähnlich dem Champagner)

Lager

Lagerbiere wurden ursprünglich stärker eingebraut, damit sie länger gelagert und exportiert werden konnten. Sie zeichnen sich durch einen leichten, süffigen Geschmack aus, der durch das ausgewogene Verhältnis zwischen Bitter- und Aromahopfen hervorgerufen wird. Lagerbiere sind blank gefiltert und meist von hellgelber Farbe, weshalb sie häufig als Helles bezeichnet werden.

  • Gärung: untergärig
  • Stammwürze: 11,0 – 12 %
  • Alkoholgehalt: 3,5 bis 5,5 %
  • Rezenz: mild prickelnd
  • Aussehen und Geschmack: Lager gibt es als hell oder dunkel. Farbe: hellgelb bis tiefdunkel. Leichte Hopfennote, leichtes Bier, eher malzaromatisch Geschmack
  • Besonderes: Alle untergärigen Biere wurden früher aufgrund der längeren Lagerung auch als Lagerbiere bezeichnet.

Märzen, Märzenbier

Märzen oder Märzenbier ist ein untergäriges Lagerbier.

Die bayerische Brauordnung aus dem Jahre 1539 legte fest, dass nur zwischen dem Tag des St. Michael (29. September) und dem Tag des St. Georg (23. April) Bier gebraut werden durfte. Danach war es den Münchner Bierbrauern wegen Brandgefahr verboten, Bier zu produzieren.

Um bis zum Beginn der nächsten Brausaison nicht ohne Bier sein zu müssen, war eine längere Haltbarkeit des Bieres nötig. Dazu wurde der Stammwürze- und Alkohol-Gehalt erhöht. Zusätzlich musste war eine kalte Lagerung notwendig. Damals kamen hierfür nur Felsenkeller in Frage. Wenn möglich, wurden diese noch mit Eis bestückt. Das während des Winters eingebrachte Eis schmolz im Felsenkeller nur langsam; so konnte im Felsenkeller für gewöhnlich bis März frisches Eis eingebracht werden, woher sich auch der Name Märzen ableitet.

  • Gärung: untergärig
  • Stammwürze: 13,0 %
  • Alkoholgehalt: 6,0 %
  • Rezenz: lockere Spritzigkeit
  • Aussehen und Geschmack: gelb bis bernsteinfarben; süffig mit leichter Süße, leicht hopfenbitter
  • Besonderes: Wegen des Sommerbrauverbotes wurden Märzenbiere früher im Frühjahr für die Volksfeste im Herbst eingebraut. Um die Haltbarkeit zu verlängern wurden sie stärker eingebraut.

Pils, Pilsener

Eine Stammwürze von etwa elf Prozent und ein Alkoholgehalt von 4,8 % macht das Pils zu einem Vollbier, dass am besten kühl mit einer Temperatur von acht Grand Celcius genossen wird. Seinen Namen verdankt das Bier der Stadt, wo es 1842 zum ersten ausgeschenkt wurde: dem tschechischen Pilsen (Plzen). Seine ersten deutschen Freund fand das Bier in Preußen, bevor es sich auch Süddeutschland verbreitete. Heute ist das Pils mit seiner goldenen Farbe das meistgetrunkene Bier in Deutschland.

  • Gärung: untergärig
  • Stammwürze: 11,0 – 12,5 %
  • Alkoholgehalt: 4,5 bis 5,5 %
  • Rezenz: mild prickelnd
  • Aussehen und Geschmack: hell- bis goldfarben, feinwürziger und zartbitterer Geschmack,

Besonderes: Das erste Bier Pilsener Brauart wurde vom bayerischen Braumeister Josef Groll 1842 in Pilsen ausgeschenkt.

Porter

Typischerweise hat das Porter eine tiefrote bis leicht schwarze Färbung. Während man den Hopfen so gut wie gar nicht schmecken kann, kommt bei der Optimalen Trinktemperatur von knapp unter 10° der malzig süße Geschmack seine volle Geltung.

  • Gärung: untergärig
  • Stammwürze: 16,0 – 17 %
  • Alkoholgehalt: 5,5 bis 6,0 %
  • Rezenz: eher geringe Spritzigkeit
  • Aussehen und Geschmack: dunkelbraun bis schwarz, leicht bitterer aber kräftiger Geschmack mit hohem Malzaroma. Der Schaum der Krone ist cremefarben bis beige.
  • Besonderes: Vor dem Ale war das Porteer in England das vorherrschende Bier. Um 1900 kannte man es als untergäriges deutsches Porter auch bei uns.

Schwarzbier

Schwarzbier gehört zu den Vollbieren. Es wird mit einer Stammwürze von mindestens elf Prozent gebraut und der Alkoholgehalt liegtbei rund 5%. Die dunkle Färbung erhält das Schwarzbier durch die Verwendung von dunklen Röstmalzen, die dem Bier die malzbetonte Note verleihen.

  • Gärung: untergärig
  • Stammwürze: 11,5 – 12,5 %
  • Alkoholgehalt: 4,5 bis 5,0 %
  • Rezenz: eher geringe Spritzigkeit
  • Aussehen und Geschmack: tiefdunkel, schwarz, vollmundiger Geswchmack mit hohem Malzgeschmack, dennoch durchaus frisch und schlank.

Besonderes: Durch die Nutzung von Röstmalz erhält man die dunkle Farbe. Seit 1543 in Thüringen nachgewiesen.

Stout

Hierzulande fristet die Biersorte eher ein Nischendasein aber in Großbritannien sieht das etwas anders aus. Die Herkunft des Begriffs lässt sich auf das Stout Porter zurückführen, das einfach auf Stout verkürzt wurde. Am Besten trinkt man das Stout gut gekühlt, da das Bier so seinen einzigartigen Geschmack entfalten kann.

  • Gärung: obergärig
  • Stammwürze: 25 %
  • Alkoholgehalt: 5,0 bis 7,5 %
  • Rezenz: eher geringe Spritzigkeit
  • Aussehen und Geschmack: schwarze Farbe; Geschmack kann schwanken zwischen süß und trocken.
  • Besonderes: Die süßen Stout kommen eher aus England, die trockenen aus Schottland. Das Stout hat eine sehr feste cremige Blume, die umso schöner wird, wenn das Bier langsam und in zwei Phasen ins Glas gegossen wird.

Weißbier Weizen

Das Brauen von Weizenbier erfolgt durch die Nutzung von Weizenmalz anstatt von Gerstenmalz. Beim Weizen wird zwischen zwei Varianten unterschieden. Das Hefeweizen ist ungefiltert, da die Hefepartikel im Bier belassen wird. Im Gegensatz dazu wird das klare Kristallweizen gefiltert.

  • Gärung: obergärig
  • Stammwürze: 11,5 bis 13,5 %
  • Alkoholgehalt: 4,5 bis 5,5 %
  • Rezenz: hohe Spritzigkeit (besonders bei Kristallweizen)
  • Aussehen und Geschmack: lichtgelb bis tiefdunkel; leicht hopfenbitter, malzaromatisch dabei aber lieblich und vor allem spritzig, was auf den hohen Kohelnsäuregehalt zurück zu führen ist.
  • Besonderes: Die Heimat liegt in Bayern. Der Malzanteil hat aus mindestens 50% Weizenmalz zu bestehen.